H&M – 37 Punkte

footprint-Score: D (37 von 100 Punkten)

Branche: Textilindustrie (Fast Fashion, Bekleidung, Accessoires)

Umsatz: Über 22 Milliarden Euro

Unternehmensübersicht:

H&M ist einer der weltweit größten Modehändler mit Sitz in Schweden und bekannt für sein Fast-Fashion-Geschäftsmodell. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren vermehrt Nachhaltigkeitsinitiativen eingeführt, darunter recycelte Materialien und die H&M Conscious Collection. Trotz dieser Bemühungen bleibt das Geschäftsmodell auf schnelle Modezyklen und hohe Verkaufszahlen ausgerichtet, was Herausforderungen in den Bereichen Umwelt und soziale Verantwortung mit sich bringt.


1. Bewertung der Nachhaltigkeit des Business-Modells (0 von 10 Punkten)

Zusätzlich zur operativen Nachhaltigkeit wird bewertet, ob die Nachhaltigkeit im Kern des Geschäftsmodells verankert ist.

LevelMerkmalBeispielPunkte
Level 1 – Nachhaltigkeit ist nicht Kern des GeschäftsmodellsDas Unternehmen hat nachhaltige Einzelprodukte oder Initiativen, aber das Kerngeschäft bleibt konventionell. Nachhaltigkeit ist kein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung.Nutzung recycelter Materialien, nachhaltigere Produktlinien.0 Punkte
Level 2 – Ersetzt problematische ProdukteDas Unternehmen ersetzt nicht-nachhaltige Produkte durch eine nachhaltigere Alternative, ohne das Konsumverhalten grundlegend zu ändern.Nachhaltige Materialien als Standard für das gesamte Sortiment.3 Punkte
Level 3 – Marktveränderndes GeschäftsmodellDas Unternehmen verändert das Konsumverhalten durch Kreislaufwirtschaft, Sharing Economy oder radikale Ressourcenschonung.Miet- oder Wiederverkaufsmodelle als Kerngeschäft.6 Punkte
Level 4 – Systemverändernde InnovationDas Unternehmen disruptiert ein bestehendes System durch klimapositive Wertschöpfung, regenerative Materialien oder völlig neue Produktionsweisen.100 % geschlossene Kreislaufwirtschaft, CO₂-negative Produktion.10 Punkte

H&M erhält 0 Punkte für das Business-Modell, da Nachhaltigkeit nicht der Kern des Geschäftsmodells ist. Das Unternehmen fällt in Level 1 („Nachhaltigkeit ist nicht Kern des Geschäftsmodells“), da es weiterhin auf Fast Fashion und kurzfristige Modezyklen setzt.

Warum keine Punkte?

  • H&M setzt auf nachhaltigere Materialien, bleibt jedoch ein Massenproduzent mit hohem Ressourcenverbrauch.
  • Kurze Produktlebenszyklen und hohe Verkaufszahlen stehen im Widerspruch zu echter Nachhaltigkeit.
  • Unternehmen mit Miet- oder Wiederverwendungsmodellen (z. B. Patagonia, Mud Jeans) würden in Level 2 oder höher fallen.
  • H&Ms Second-Hand- und Mietmodelle sind Pilotprojekte und nicht das Kerngeschäft.

2. Bewertung der Dimensionen (38 von 90 Punkten)

Klimaneutralität (13 von 30 Punkten)

Effektivität (8 von 15 Punkten)

Einstufung: Level 4 – Etablierte Maßnahmen mit Optimierungspotenzial

Begründung:

  • H&M hat Klimaziele zur Reduktion von Emissionen gesetzt, die bis 2040 Netto-Null erreichen sollen.
  • Nutzung erneuerbarer Energien in eigenen Betriebsstätten.
  • Fehlender Fokus auf Lieferketten-Emissionen, die den Großteil der CO₂-Bilanz ausmachen.

Transparenz (5 von 15 Punkten) – Abwertung wegen Greenwashing

Einstufung: Level 3 – Grundlegende CO₂-Daten vorhanden

Begründung:

  • H&M veröffentlicht jährliche Nachhaltigkeitsberichte mit Angaben zu CO₂-Emissionen.
  • Warum Greenwashing?
    • Fehlende vollständige Offenlegung der gesamten Lieferkettenemissionen (Scope 3).
    • Hohe Produktionsvolumina stehen im Widerspruch zur Nachhaltigkeitsstrategie.
  • Daher erfolgt eine Herabstufung der Transparenzbewertung um zwei Level.

Soziale Verantwortung (14 von 30 Punkten)

Effektivität (8 von 15 Punkten)

Einstufung: Level 4 – Etablierte Maßnahmen mit Optimierungspotenzial

Begründung:

  • H&M ist Mitglied der Fair Labor Association und hat Sozialstandards implementiert.
  • Es bestehen jedoch weiterhin Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben.

Transparenz (6 von 15 Punkten) – Abwertung wegen Greenwashing

Einstufung: Level 3 – Grundlegende Sozialberichterstattung

Begründung:

  • H&M veröffentlicht Informationen über Sozialstandards, aber keine vollständige Offenlegung der Lohnstrukturen in der Lieferkette.
  • Warum Greenwashing?
    • Fehlende unabhängige Prüfberichte über die tatsächliche Umsetzung existenzsichernder Löhne.
    • Keine externe Zertifizierung über die gesamte Lieferkette.
  • Daher erfolgt eine Herabstufung der Transparenzbewertung um zwei Level.

Kreislaufwirtschaft (10 von 30 Punkten)

Effektivität (5 von 15 Punkten)

Einstufung: Level 3 – Erste Maßnahmen mit internen Standards

Begründung:

  • Einführung von Recyclingprogrammen und nachhaltigen Produktlinien.
  • Fehlende systematische Rücknahme- und Kreislaufwirtschaftsprogramme für alle Produkte.

Transparenz (5 von 15 Punkten) – Abwertung wegen Greenwashing

Einstufung: Level 3 – Grundlegende Berichterstattung mit Defiziten

Begründung:

  • Veröffentlichung von Materialherkunft und Recyclinginitiativen.
  • Warum Greenwashing?
    • Keine externe Zertifizierung über Recyclingquoten.
    • Pilotprojekte für Kreislaufwirtschaft werden stark beworben, sind aber nicht flächendeckend umgesetzt.
  • Daher erfolgt eine Herabstufung der Transparenzbewertung um zwei Level.

3. Gewichtung der Dimensionen und Berechnung der Gesamtpunktzahl

KategoriePunkte (max. 30)Gewichtung (20 % / 40 % / 40 %)Gewichteter Wert
Klimaneutralität1320 %7,8
Soziale Verantwortung1440 %16,8
Kreislaufwirtschaft1040 %12
Nachhaltigkeit des Business-Modells00,0
Gesamtpunktzahl38 von 100100 %36,8

4. Verwendete Quellen

  1. H&M – Offizielle Website
  2. H&M – Nachhaltigkeitsbericht
  3. Fair Labor Association – H&M Mitgliedsprofil
  4. Ellen MacArthur Foundation – H&M Kreislaufwirtschaft

📌 Diese Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und orientiert sich an der bereitgestellten Bewertungsmethode. Für eine genauere Einschätzung wären zusätzliche interne Nachweise, Zertifizierungen und externe Prüfberichte notwendig.

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Richard Stefani

Gründer von myfootprint und Entwickler des myfootprint-Scores.

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